Projekt Neubürger willkommen

Projektpartner: Coburg Stadt und Land aktiv GmbH

Projektcoach: Magdalena Kloibhofer

Projektgruppe: Jessica Bork, Evi Bräcklein, Elvire Frank, Jörg Grimm, Joana Heinnemannn, Marco Krenn, William Maloumby


Aufgabenstellung

In der Region Coburg kommen jedes Jahr Menschen an, die etwas Neues wagen: ein neuer Job, ein neuer Lebensabschnitt, ein neuer Ort, der vielleicht zum Zuhause werden soll. Doch Ankommen passiert nicht einfach so – es entsteht durch Begegnungen, durch gute Geschichten, durch das Gefühl: Hier könnte ich bleiben.

Genau hier setzt das Semesterprojekt mit dem Regionalmanagement Coburg an. Unsere Studierenden wollen wissen, was Neubürger wirklich brauchen, um nicht nur vorbeizuschauen, sondern anzukommen, zu bleiben und die Region mitzugestalten.

Statt nur an bestehenden Angeboten anzuknüpfen, stellt das Projektteam die eigentliche Kernfrage in den Mittelpunkt:

Wie fühlt es sich an, neu in einer Region zu sein, in der man noch niemanden kennt, die Wege erst lernen muss und die eigene Rolle erst finden soll? Denn genau dort entscheidet sich, ob Menschen Wurzeln schlagen oder weiterziehen. Die Herausforderung liegt darin, die vielen kleinen Momente sichtbar zu machen, in denen Zugehörigkeit entsteht – und ebenso die Stellen, an denen sie bislang verloren geht. Zwischen dem ersten „Hallo“ und dem Gefühl, wirklich angekommen zu sein, liegt ein Raum voller Möglichkeiten, aber auch voller Hürden. Und genau dieser Raum wird im Projekt neu ausgeleuchtet: Was macht ihn einladend? Was macht ihn schwierig? Und wie kann die Region Coburg diesen Übergang so gestalten, dass er Mut macht, Neugier weckt und echte Verbindung schafft?

Das Projekt entfacht Lust auf Neues und zeigt, wie viel Potenzial in einer Region steckt, die sich öffnen, vernetzen und weiterdenken will. Wer neugierig ist, wie Zukunftsdesign aus einem „Herzlich willkommen“ ein echtes „Bleib doch!“ machen kann, wird an diesem Projekt nicht vorbeikommen.


 

Vorgehensweise und Projektergebnis:

Das Projekt Neubürger willkommen ging die Fragestellung nicht über einzelne Maßnahmen an, sondern über den gesamten Willkommensprozess als System. Zu Beginn analysierte die Projektgruppe gemeinsam mit dem Regionalmanagement der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH den Status quo der bestehenden Angebote im Rahmen von „COmm zusammen – Neubürger in der Region Coburg“. Dabei wurden zentrale Herausforderungen sichtbar: geringe Teilnahmequoten, fehlende Zielgruppenvielfalt, eine stark von Goodwill abhängige Zusammenarbeit mit Kommunen sowie mangelnde Möglichkeiten zur systematischen Evaluation.

Statt vorschnell Lösungen zu entwickeln, öffnete das Team zunächst bewusst den Problemraum und arbeitete explorativ mit kritischen Leitfragen: Wer sind Neubürger:innen in Coburg wirklich? Welche Bedürfnisse haben sie in den verschiedenen Phasen des Ankommens? Und wie lässt sich Wirkung überhaupt messen? Auf dieser Basis wurden Personas entwickelt, um unterschiedliche Lebenslagen greifbar zu machen, sowie eine Neubürger-Journey, die den Ankommensprozess in Phasen strukturiert und bestehende Angebote diesen Phasen zuordnet.

Ein zentraler Bestandteil war die Einbindung relevanter Stakeholder im Rahmen eines interaktiven Triple-Events im World-Café-Format. Hier wurden Erkenntnisse gemeinsam diskutiert, validiert und weiterentwickelt. Aus der Synthese entstanden priorisierte Handlungsfelder – insbesondere die Notwendigkeit einer klaren Kommunikationsarchitektur, zielgruppengerechter Ansprache sowie neuer, niedrigschwelliger Andockmöglichkeiten.

Als Projektergebnis entwickelte die Gruppe das Konzept „NEU & NEUgierig“ als verbindendes Dach für eine neue Willkommenskultur in der Region Coburg. Kernstück ist eine Kommunikationsarchitektur, die den Einstieg für Neubürger:innen klar strukturiert und gleichzeitig dezentrale Beteiligung ermöglicht: vom ersten Willkommensimpuls über Orientierung und Andocken bis hin zur langfristigen Integration.

Ergänzend wurden konkrete Angebotsformate unter dem Motto „Coburg verbindet“ konzipiert, darunter Coburg Moves, Coburg Cooks, Coburg Jams sowie das Matching-Format Coburg Buddies. Zudem wurde das bestehende „Coburg Quartett“ prototypisch zum Freizeitquartett Coburg weiterentwickelt, das spielerisch zur Erkundung der Region motiviert und über QR-Codes direkt auf aktuelle Angebote verweist.

Als Ausblick entstand außerdem das Konzept einer skalierbaren digitalen Lösung: eine COmm Connect App, die Neubürger:innen automatisiert erreichen, personalisierte Empfehlungen geben und Vernetzung erleichtern könnte – als langfristige Ergänzung des Gesamtsystems.

So entstand ein umsetzungsnahes Gesamtkonzept, das Willkommenskultur nicht als Einzelveranstaltung versteht, sondern als lernenden Prozess, der Orientierung schafft, Begegnung ermöglicht und Zugehörigkeit aktiv gestaltet.


Projektbericht

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