Projekt: Hauswirtschaft 2.0
Projektcoach: Tobias Schubert
Projektgruppe: Jennifer Breuer, Andrea Dederichs, Ani Hovhannisjan, Heike Karg, Annabelle Menzner, Lotte Neubauer, Martin Seißler, Johanna Steffen, Oliver Tissen und Eva Waldherr
Aufgabenstellung:
Die Tätigkeiten in der Hauswirtschaftslehre sind ausgesprochen vielfältig – und werden dennoch häufig unterschätzt. Oft wird das Berufsfeld auf „Kochen und Putzen“ reduziert, dabei steckt dahinter weit mehr: eine verantwortungsvolle Wirtschaftsführung, die vom Privathaushalt bis zum Großbetrieb reicht.
Im Rahmen dieses Projekts wollen die Studierenden des Masterstudiengangs Zukunftsdesign gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV), Kreisverband Kronach, den wahren Wert der Hauswirtschaft sichtbar machen. Ziel ist es, die Breite und Relevanz der Ausbildung zu erfassen und Wege zu finden, das Berufsfeld attraktiver zu präsentieren – insbesondere für junge Menschen auf der Suche nach einer sinnstiftenden beruflichen Perspektive.
Zur Hauswirtschaft gehören Themen wie Wirtschaftsführung, Zeitmanagement, Textilpflege, Ernährungswissenschaften, Verbraucherkunde, kreative Raumgestaltung und Eventmanagement. In all diesen Bereichen spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle – sei es beim Energieverbrauch, bei der Herkunft von Produkten oder der Wiederverwertbarkeit von Materialien.
Die Projektidee entstand aus dem Engagement der Landfrauen des BBV Kronach, die gemeinsam mit verschiedenen regionalen Organisationen nach neuen Wegen suchten, um das Berufsfeld der Hauswirtschaft sichtbarer und moderner zu machen. Nachdem erste Gespräche und Treffen – unter anderem mit der Berufsschule Kronach – keine greifbaren Ergebnisse brachten, entstand die Idee, das Thema im Zukunftsdesign-Studiengang aufzugreifen.
Mit kreativen Kommunikationsstrategien, neuen Perspektiven auf Berufsbilder und einem Blick auf gesellschaftliche Werte kann dieses Projekt dazu beitragen, die Hauswirtschaft wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken – als modernes, verantwortungsbewusstes und vielseitiges Berufsfeld mit Zukunft.
Vorgehensweise und Projektergebnis:
Im Projekt „Hauswirtschaft 2.0“ näherten sich die Studierenden dem Thema mit einer Kombination aus Recherche, Zukunftsmethoden und praxisnaher Kommunikationsentwicklung. Zunächst wurde das Berufsbild Hauswirtschaft wissenschaftlich aufgearbeitet, um Aufgabenfelder, Qualifizierungswege und gesellschaftliche Bedeutung differenziert darzustellen. Parallel wurden zentrale Stakeholder identifiziert – mit besonderem Fokus auf die Projektgeberin Marina Herr (Kreisbäuerin und Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbands Kreis Kronach) sowie auf Jugendliche und Ausbildungsinteressierte als Hauptzielgruppe.
Ein zentrales Element war eine umfangreiche Online-Umfrage, die zwischen dem 27.11.2025 und dem 22.12.2025 durchgeführt wurde und 161 Teilnehmende erreichte. Die Ergebnisse zeigten deutlich: Hauswirtschaft ist zwar vielen Menschen ein Begriff, wird jedoch kaum als professionelles Berufsbild verstanden. Rund 60 % der Befragten wussten nicht, dass es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Besonders kritisch wurde die Berufsbezeichnung „Hauswirtschafter/in“ bewertet, die stark mit veralteten Rollenbildern und Klischees verbunden wird.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelte das Team mehrere Zukunftsszenarien und formulierte ein Best-Case-Zukunftsbild für das Jahr 2040. Darin wird Hauswirtschaft als systemrelevanter Care-Beruf verstanden, der in einer alternden Gesellschaft eine tragende Rolle spielt – unterstützt durch Digitalisierung, Smart-Home-Technologien und neue Versorgungsmodelle. Für diese Zukunft wurde ein modernes Rebranding vorgeschlagen: Hauswirtschaft wird im Szenario als „Home Economics Specialist“ bzw. „Home Economics Master“ neu gedacht.
Als konkrete Projektergebnisse entstanden praxisnahe Kommunikations- und Aktivierungsformate: ein Brettspiel zur Berufsorientierung, ein Konzept für ein Videospiel mit aufeinander aufbauenden Levels sowie ein Social-Media-Leitfaden mit Vorlagen und Content-Struktur, der insbesondere Menschen ohne Social-Media-Erfahrung befähigen soll, regelmäßig Beiträge zu erstellen. Ziel ist es, den Beruf sichtbar zu machen, neue Narrative zu etablieren und Hauswirtschaft als vielseitiges Berufsbild mit Verantwortung, Managementkompetenz und gesellschaftlicher Relevanz zu präsentieren.
